mut kommt von mutter

wenn ich mich mutter fühle, bin ich traurigkeit und wut.
ich erinnere: meine liebe war nie genug. nie genug für meine kinder, nie genug zeit für sie, nie genug eigenmacht und nie genug liebe für mich selbst. mutter sein in dieser zeit ist, nie genügen.
auch meine mutter und deren mutter und großmutter genügten nicht, wurden um ihre liebe betrogen von deren machtgierigen besetzern ihrer körper, entfremdern ihrer arbeit, vermagdern ihrer zeit.

wer ist es wenn nicht wir selbst, die wut umdrehen in mut,
die sich miteinander kugeln vor lachendem mutterwitz.

„To mutter is to speak or chatter in a low voice or under your breath in a way that is hard to hear, or to spread rumors, or speak about someone unofficially.“ wird es denn nie enden,

wer ist es wenn nicht wir selbst, die wut umdrehen in mut,
die sich miteinander vor lachendem mutterwitz kugeln.

Vorsicht FAKENEWS

Was ist wahr? Warum will ich das wissen? Es scheint einfacher, zu glauben, was die etablierten Medien verbreiten. Dann bin ich auf der sicheren Seite, auf der Seite der Anständigen. Es geht um unsere Unversehrtheit! Alles andere wäre unverantwortlich. Warum zweifeln? Wozu misstrauen? Ein bisschen kritisch sein ist gut, aber doch nicht alles im Großen und Ganzen infrage stellen! Das führt zu Chaos und Anarchie. Stimmt doch, oder?

Was sind FAKENEWS? Wenn Trump es sagte, ist das Gegenteil genauso falsch. Das gemeinnützige Recherchezentrum CORRECTIV.org klärt uns auf. Der Volksverpetzer weiß es auch. Wie gut! Ohne Zweifel lebt es sich leichter. Auf allen Kanälen die Wahrheit. Wir sind die Guten.

In mir Wut

Meine Grundemotion: Wut. Seit ich denken kann, wütend sein, das bin ich.
Wut auf die Mutter, Wut auf mich selbst. Woher diese Wut?
Vielleicht ist die Frage so gestellt sinnlos.
Vielleicht lieber fragen, wie sie lieben, die Wut.

Gerechtigkeit
Wie kann ich wissen, was Gerechtigkeit bedeutet?
Wenn gerecht sein heißt, Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu schätzen, wer schätzt?
Gerechtigkeit braucht einen Bezug.
Genügt es, einen Konsens zu finden? Ist Gerechtigkeit dann gegeben, wenn alle sich einig im Recht fühlen? Womöglich ist Gerechtigkeit dann erreicht, wenn niemand mehr Macht beansprucht über Andere. Paradiesische Zustände!

Respekt
Rückschau halten. Was bedeutet es, jemanden respektieren? Was bedeutet es, jemandem gegenüber respektlos zu sein? Oder, gegen sich selbst? Was bedeutet es, respektiert zu werden?

Persönlichkeit
Meine Selbstdisziplin sieht anders aus als Deine. Meine Erwartungen an mich sehen anders aus als Deine.
Deine Erwartungen an Dich sind anders als meine.
Was erträgst du? Was ertrage ich? Lass mir meine Ruhe. Wie klingt das?

Ausnutzen
Trotz Liebe ist der Gedanke schnell da: benutzt werden, instrumentalisiert werden, vergiftet werden.
Ein Schutzmantel aus Selbstliebe ist vonnöten. Freundschaftliche Distanz ist lebenswichtig.

Enttäuschung
Was ist Wahrheit? Was ist Täuschung? Was ist täuschend echt? Können wir es jemals endgültig wissen?
Vielleicht nicht, aber darum ringen.
Wahrheit ist das, was frei macht.

Kritik
Kritik ist angemessen, wenn sie wahr ist, wenn sie also befreit.

Selbstwert
Als Tochter sozialisiert im Patriarchat, wird mein Selbstwertgefühl systematisch in Frage gestellt.
Deshalb kann und will ich einem Menschen nicht rückhaltlos vertrauen.
Mein Rückhalt ist Mutter Erde und mein All-Eins-Ein.

Überforderung
Wer fordert? Wer befördert? Wer überfordert? Wer überbewertet?
Eine Blume wächst und gedeiht, wenn sie bekommt was sie braucht: Erde, Licht und Wasser.
Ich auch. Was brauche ich? Was brauchen wir? Woher bekommen wir, was wir brauchen?

Belästigungen
Lasse ich mir Lasten aufbürden, die ich weder tragen kann noch will?
Lasse ich mir auf die Füße treten, wenn ich laufen will? Nein, nein, nein.
Ich will auch niemanden belästigen mit meinen Anliegen. Ich will: lieben.

Meine Basis

In unserem kapitalistisch organisierten Gesellschaftssystem tendiert jeder Dienst und jede Leistung scheinbar, in Geld aufgewogen werden zu wollen. Es gibt nur noch wenige allerdings grundlegende Gefüge, die sich hier herausnehmen: zum Beispiel Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Kindern und Greisen.

Lange denken wir nach über Hausfrauenlohn, Grundeinkommen, Kindergeld. Wenn schon Kapitalismus, dann alles kapitalisieren. Was wäre wenn wir einen Schritt zurück gingen? Was wäre wenn wir begreifen würden: Wohlstand will nicht allein durch Einkommen und Vermögen bestimmt sein.

Es gab und gibt Lebensgemeinschaften, die ganz ohne oder mit sehr wenig Geld auskommen und dennoch ein hohes kulturelles Niveau und Zufriedenheit beim Gros ihrer Mitglieder erreichen.

Vielleicht öffnet uns diese bizarre Krise die Augen für ein Miteinander auf der Basis einer Gemeinwohlökonomie, die möglichst alle sinnvollen Wohlstandskriterien im Blick hat.

Im Moment der Krise wächst um mich persönlich derzeit eine symbiotische Gemeinschaft aus Großmutter, Mutter und Tochter zusammen: „Kurzarbeit“ im Service bei der Tochter kombiniert mit viel freiem Wohnraum auf Seiten der Seniorin und flexibel verfügbarer Zeit aufgrund von erzwungenem „home-office“ meinerseits. Ein privates Modell das trotz aller Konflikte von Tag zu Tag trägt, weil wir uns wohlgesonnen sind. Wir treffen uns täglich, kochen gemeinsam, unterstützen uns bei Vielem, angefangen von der Körperpflege über Einkäufe bis zur Gestaltung des Wohnraums.

Unbezahlte Care-Arbeit funktioniert, wenn die Grundbedürfnisse für alle kostenfrei verfügbar sind: sauberes Wasser, gesunde Lebensmittel, saubere Luft, viel Platz an der Sonne, kostenlos verfügbare öffentliche Verkehrsmittel, günstiger Wohnraum, freier Zugang zu kulturellen Einrichtungen wie Theater, Kino, Bibliotheken, Vereinen, Schwimmbädern und vielem mehr.

Fantasie und Kreativität blühen auf. Tauschringe lassen überschüssige Objekte kreiseln. Es gäbe so Vieles Schönes für ein genussvolles Leben im Wohlstand ohne Geld.

Mut und Unmut, rätsel-haft

Wielange hält ein Mensch es aus, entgegen seiner Vernunft zu handeln und entgegen seiner Wahrnehmung und seinem Wollen zu schweigen? Frauen sind in der Regel so sozialisiert. Viele von uns halten Gaslighting für Normalität. Die meisten identifizieren sich mit dem Aggressor. Manche heiraten ihn.

Manche allerdings werden hypersensibel und schulen sich ständig in Unmut.

Ich wollte über Gemeinschaftsbildung schreiben, über Kommunikation und liebevolle Beziehungen. Dies verlangt von Tag zu Tag mehr und mehr ein der Angst Widerstehen.

Es ist mir ein Rätsel, inwiefern mein Mut wem gefährlich wird.

Nähe und Konflikte

Bin ich eigenmächtig? Ich bin Frau, Tochter, Mutter. Ich lebe gerne hier im Haus, wenn es auch klein ist. Ich bin berufstätig, noch etwa drei Jahre, dann gehe ich in Ruhestand. Meine Mutter, inzwischen alt und gebrechlich, braucht meine Unterstützung. Die Kinder sind fast erwachsen und selbstständig, aber noch ist es nicht soweit. Die Partnerin meines Sohnes erwartet ein Kind. Meine Tochter ist wieder hier eingezogen. Sie hat sich von ihrem Freund getrennt.

Seit 30 Jahren bewohne ich das Haus, das meine Großeltern gebaut haben.  Mein Exmann hat hier einiges renoviert und unsere Kinder betreut, als ich zur Arbeit ging.
Er hat seine Heimat verlassen, um hier mit mir und den Kindern zu leben. Als wir geheiratet hatten, um seinen Aufenthalt zu legalisieren, sagte er: „Jetzt gehörst du mir.“ Als ich zum ersten Mal schwanger war, hat er angefangen, mich zu bespucken und maßzuregeln. Warum? Wovor hatte er Angst?

Ich habe viele Jahre gehofft, wir könnten in Frieden zusammen leben, aber leider eskalierte die Gewalt. Deshalb habe ich mich entschlossen, die Beziehung zu ihm zu beenden. 17 Jahre nach der Hochzeit habe ich mich von ihm scheiden lassen.

Nach weiteren 15 Jahren: mein Freund ist bei mir eingezogen. Er hat hier im Ort Arbeit gefunden, und fand es naheliegend, bei mir zu wohnen. Ich hatte ihn dazu eingeladen. Er ist ein häuslicher und handwerklich geschickter Typ. Er erfreut mich mit seinem Einsatz, dem „Renovierungsstau“ zu begegnen. Warum lasse ich diese Nähe zu? Wird es diesmal gutgehen?

Ich habe gelernt, achtsam mit mir und meinen Kindern umzugehen. Es fällt mir nicht leicht. Sie geben mir Feedback, wenn wir in Konflikt geraten.

„Konflikte lösen ohne Niederlagen“ ist eine passende Strategie, die allerdings geduldig angeeignet werden will, auch in der Partnerschaft oder im Kollegium.

Der Mann ist für mich ein Assistent, ein Helfer und Kümmerer, mein Liebhaber. Es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass der Mann ansagt und Macht über eine Frau und Mutter ausübt. Es ist meine Verantwortung als Frau, als Tochter, als Mutter und womöglich bald als Großmutter, sinnvolle Entscheidungen für mein Leben zu treffen und meine Interessen und die meiner Kinder zu wahren. Das ist ungewohnt anstrengend, im ausgehenden Patriarchat, aber ich will und kann es tun.

Warum haben Männer Angst

Männer brauchen eine liebevolle Mutter. Männer, die ihre Mutter lieben, werden im Patriarchat als gestört abgewertet, als „Muttersöhnchen“.  Das macht ihnen Angst. Frauen wollen liebevolle Mütter sein. Wenn sie Kinder geboren haben, können sie dieses Bedürfnis ausleben.

Liebhaber von Frauen sind Söhne von Müttern. Mutterliebe ist Agape, sexuelle Beziehungen leben den Eros. Söhne brauchen liebevolle Mütter und Söhne brauchen erotische Liebhaberinnen. Das sind zwei verschiedene Frauen.

Frauen brauchen Liebhaber und auch eine liebevolle Mutter.

Vaterschaft ist ein nicht artgerechtes Konstrukt. Männer sind besser Liebhaber und/oder Söhne, als Väter. Männer sind Brüder, Onkel. Anderes macht Männern Angst. Angst reduziert das Denkvermögen. Angst lässt fliehen – oder in den Hau-drauf-Modus wechseln.

Angst fressen Seele auf.

 

 

Mutter, Tochter, Ich.

Zeit meines Lebens fühle ich die bedingungslose Liebe meiner Mutter.

Einmal hat sie mir erzählt, ich hätte viel geschrien als Baby. In der Mütterschule habe sie gelernt, es täte den Babies gut, wenn sie schreien. Meine Großmama, bei der sie damals wohnte, wäre eingeschritten und hätte darauf bestanden, mich zu stillen. Und eigentlich hätte sie mich nicht schreien lassen wollen, aber in der Mütterschule…

37 Jahre später: Ich habe mich damals sehr auf die Geburt meines zweiten Kindes gefreut, Isadora. Ich habe sie 3 Jahre lang gestillt, vor allem nachts, da ich tagsüber zur Arbeit ging. Im Alter von 3 Jahren flog sie mit ihrem Vater für 3 Monate zu seiner Familie ins Ausland. Ich wollte nicht wissen, dass sie am Flughafen nach ihrer Mutter schrie. Ich wollte denken, sie sei ein Papakind, weil Papa immer bei ihr war, als ich arbeitete.

Ich dachte, sie interessiere sich nicht für mich. Sie dachte, ich interessiere mich nicht für sie. Traumen und Dramen im Patriarchat im Jahr 2000. 20 Jahre danach kommen wir ins  Gespräch, meine Tochter und ich. Ein Wunder! Wir wissen trotz aller Traumen und Dramen: die Basis unserer Beziehung ist: bedingungslose Liebe.

Wichtig auch: bedingungslose Selbstliebe, Mama! Gewalttätige Monster wollen uns entzweien, aber die lebendige Liebe nährt uns und hält uns beieinander.

 

Weiterführende Artikel:

Vom Postpatriarchat-zur matrifokalen Gemeinschaft/

Gewalt ist die Voraussetzung für Patriarchat

Unterwegs zum Wir

Mit zunehmendem Alter habe ich mehr und mehr Lust, mich mit anderen Menschen liebevoll zu verbinden. Ich denke, dies geschieht über verschiedene Wege der Kommunikation. Ich kommuniziere, wenn ich mit Menschen Zeit verbringe. „Ich kann nicht nicht kommunizieren.“ (Außer ich bin alleine). Kommunizieren meint: Wir tun oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir sprechen miteinander, sei es direkt, von Mensch zu Mensch oder am Telefon. Wir sprechen auch indirekt miteinander, verschriftlicht in Briefkontakten, Chatrooms, Messengern oder Sozialen Medien wie beispielsweise Twitter. Wir lassen so Verbindungen und Gemeinschaft entstehen. Wir entwickeln gemeinsame Ideen, planen Projekte, freuen uns zusammen auf etwas, feiern zusammen: all das schafft Gemeinschaft, und „Wir“ entsteht.

Der Begriff [Kommunikation] stammt übrigens vom lateinischen Verb „communicare“ mit der Bedeutung „teilen“, „mitteilen“, „teilnehmen lassen“; „gemeinsam machen“, „vereinigen“. (Passt also!)

Mein persönliches Interesse an Gemeinschaft wendet sich zuerst an meine Kinder, meine Mutter, die Cousinen, Tanten, Freund*innen aus Schulzeit und Studium, an Menschen in der Nachbarschaft, Gleichgesinnte im Netz und nicht zuletzt an meine/n Liebespartner, im Verlauf meines Lebens.

Ich bin überzeugt, gelingende Kommunikation braucht eine gemeinsame Basis. Bestenfalls ist diese Basis die liebevolle Zuneigung aller Beteiligten. Diese Liebesenergie kann ich wahrnehmen und für die Gemeinschaftsbildung beanspruchen, indem ich mich spirituell mit dem All-Eins verbinde.

Kommunikation kann scheitern. Ich stelle die Frage: Warum? Manchmal ist es mir nicht möglich, die gemeinsame Basis zu sehen und zu spüren. Ich werde misstrauisch und bekomme Angst, übervorteilt und unterdrückt/bedrückt zu werden.

Diese Angst ist erfahrungsgemäß nicht immer unbegründet. Gewalt, sei sie physisch, verbal oder seelisch, existiert. Auch bin ich nicht davor gefeit, selbst gewalttätig zu sein, wenn auch möglicherweise unbewusst. Wie kann ich Gewalt in meiner Kommunikation, in meinen Beziehungen verhindern? Wenn ich die Lösung nicht sofort finde, ist es sinnvoll, erst einmal auf Distanz zu gehen, also die Kommunikation zu beenden.

Folgerichtig will ich über Gewalt aufklären, sie mir und anderen bewusst machen. Dies gilt für Gewalt an mir, von mir an anderen, und natürlich auch für selbstzerstörerisches Handeln.

Gelingende Kommunikation zielt auf Konsens. Es interessiert mich, wie Konsens entsteht. Die Voraussetzung für Konsens ist, glaube ich, bewusstes Interagieren, ist die Fähigkeit aller Beteiligten, die Situation zeitweise aus einer gewissen Entfernung zu betrachten und zu begutachten. Manchmal scheint der Konsens im Moment aber auch in liebevoller Gemeinschaft nicht möglich, dann bleibt nur ein „we agree to differ“.

Aber oft gelingen uns beglückende Augenblicke und Zeiten, in denen Gemeinschaft Wirklichkeit wird.

Über für mich bemerkenswerte Ereignisse werde ich hier berichten. Aus Gründen des Schutzes der beteiligten Personen versuche ich, Anonymität zu halten, ohne allzu unpersönlich zu erzählen. Ich freue mich natürlich auch über konstruktives Feedback.